Web 2.0 - Hype oder Hotness?

Um den Begriff “Web 2.0″ kommt man schon lange nicht mehr vorbei. Überall liest man es, jeder will es, viele machen es bereits (angeblich). Wir haben die Geburt eines neuen, klassischen Buzzwords erlebt, wie es seit “Internet” wohl keines mehr gegeben hat. Zeit für eine kritische Betrachtung aus meinem Blinkwinkel.Ich bin Entwickler. Das stimmt mittlerweile nicht mehr ganz, aber im Grunde genommen bin ich ein Entwickler. Dies erklärt meine Eigenart, Dinge oft aus einer sehr technischen Sicht heraus zu beurteilen. Und aus der technischen Sicht heraus, ist Web 2.0 eine riesige Blase: Die oft beschworene Kernkomponente AJAX ist an und für sich eine nette Möglichkeit, die Responsiveness von Webapplikationen zu erhöhen. Aber erhöht es die Nutzwert von Websites? Eher ist es noch Gift für die Barrierefreiheit, aber das würde zu sehr ins Detail führen.

Nein, Web 2.0 ist bestimmt nicht toll wegen AJAX. Wie sieht es mit der sozialen Komponente aus? Dass die Bewertung und Geschmäcker von anderen Besuchern helfen, mir mein Besuchserlebnis zu verbessern, gibt es schon seit Jahren. So gesehen ist Amazon.de schon immer Web 2.0 gewesen.

Aber was ist dann Web 2.0? Ich beantworte das für mich folgendermassen: Web 2.0 ist eine Aufbruchsstimmung, ein “wir”-Gefühl. Man will etwas neues, besseres schaffen. Die Besucher mehr mitgestalten lassen. Den Nutzwert von Websites erhöhen. Und selbst wenn Web 2.0 bedeutet, dass nichts neues geschaffen wird sondern nur altbekanntem einen Namen gegeben wird; dass man nach Möglichkeiten sucht, bekanntes zu verbessern: Dann hat Web 2.0 seine Legitimation, dann finde ich es wirklich gut. Und so stimme ich mit ein: “Web 2.0 is the new hotness”. Ich sage das aus voller Überzeugung. Nicht weil es etwas neues ist. Sondern weil endlich das Augenmerk der Entscheider auf den Themen liegt, die wichtig sind.

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