Die Geschichte liest sich wie ein kleiner Krimi:
Die Social-News-Seite digg.com zensiert aus Angst vor Klagen der Filmindustrie einen eingestellten User-Beitrag, der den Schlüssel zum Knacken von HD-DVDs enthält. Die Mitglieder der selbsternannten “digitalen Medien-Demokratie” lassen sich dies jedoch nicht gefallen: Immer und immer wieder stellen verärgerte User die Geschichte erneut ein, die Betreiber kommen mit dem Löschen von Kommentaren und Nutzerkonten kaum hinterher. Trotz der “Bitte um Verständnis” seitens der Geschäftsleitung ruft die Community sogar zum Boykott auf.
Etwa 24h nach der ersten Zensur und einige Serverzusammenbrüche später kapituliert digg.com schließlich - “Wir werden ab sofort Geschichten und Kommentare mit dem Code nicht mehr löschen und uns mit allen möglichen Konsequenzen auseinandersetzen”, erklärt der Digg-Gründer auf dem Firmen-Blog.
So die Ereignisse vom vergangenen Montag in Kürze. Und jetzt die Moral von der Geschicht’: Diese Revolte und vor allem der Sieg der User über die Kontrollversuche “von oben” waren längst überfällig. Wer immer bisher im Glauben war (und da gibt es mit Sicherheit einige), sich mit dem Stempel “Web 2.0″ rühmen und gleichzeitig ein verstecktes “User-Management” betreiben zu können, ist nach dieser Geschichte hoffentlich gewarnt. Der Internetnutzer der zweiten Generation ist nämlich nicht nur aktiv, sondern auch autonom – und vor allem anderen ist er machtvoll genug, für diese Rechte zu kämpfen. Digg.com wird sicherlich nicht die letzte Web2.0-Plattform sein, die dies auf schmerzhafte Weise zu spüren bekommt.
Ausführliche Informationen:
“Nutzerrevolte stürzt digg.com in die Krise” auf netzwelt.de
“Rebellion im Mitmach-Netz” auf spiegel.de
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