Archiv für Oktober, 2007

Google PageRank Update

Der Google PageRank spielt im Bereich SEO eine wirklich wichtige Rolle! Umso beliebter werden natürlich “illegale” Methoden, die den eigenen PageRank in die Höhe treiben. Illegal in dem Sinne, als dass Verlinkungen von PageRank-starken Seiten zu der eigenen Website gemietet und gekauft werden. Da Google in der Lage ist, nicht nur die Anzahl, sondern auch die Qualität der Verlinkungen zu bewerten, folgen nun die Konsequenzen. Wenn also festgestellt wird, dass keinerlei Themenverwandschaft zwischen den verlinkten Seiten besteht wird die jeweilige Website mit einer negativen PageRank-Bewertung abgestraft.

Ich persönlich finde die Geschichte aus Usersicht sehr gut. Denn auch mir passiert es täglich, dass ich über Google etwas suche und an oberster Position nur die großen Anbieter finde, die nicht wirklich etwas mit meiner Suchanfrage zu tun haben. Aus Sicht eines Marketing-Fachmanns sieht das Ganze natürlich anders aus. Aber ich denke, dass diese “Abstrafungs-Geschichte” ein Schritt in die richtige Richtung ist.

BARBIE RELOADED oder die Geschichte der am schnellsten wachsenden virtuellen Community

Wie kriegt man im heutigen Zeitalter kleine Mädchen dazu, die alte verstaubte Barbie-Puppe genau so lieb zu gewinnen wie PC-Spiele angesagter Trickfilmfiguren oder großäugige, pflegebedürftige Tierchen diverser Gamekonsolen? Man orientiert sich an der Erwachsenenwelt. Dazu nehme man eine virtuelle, interaktive Community, gebe die Möglichkeit einer fremden Identität in Form eines Pixel-Püppchens und addiere einen gewaltigen Schuss Pink – fertig ist das SecondLife für 10-Jährige, die Welt der sogenannten „Barbie Girls“.

Barbie Girls

Auf der laut Mattelbahnbrechenden Plattform (natürlich Beta) können die vorpubertierenden Internet-Userinnen ihren eigenen Avatar, das Barbie Girl erstellen, sich in Cafès und Parks durch Chats mit anderen Girls verständigen oder sich im Einkaufszentrum die Seele aus dem Leib shoppen. Gezahlt wird mit „B Bucks“, die man sich durch Anschauen von Barbie-Filmtrailern im virtuellen Kinosaal oder beim Spielen diverser kleiner Games verdienen kann.

Nettes Konzept, putzig aufbereitet, aber kann so etwas für Kinder funktionieren? Und ob. Nicht nur, dass eine privat beobachtete 9-Jährige Testperson sich schon nach wenigen Klicks wie selbstverständlich durch die virtuelle Welt navigierte (ich wiederhole: 9 Jahre!). Auch die Mitgliederzahlen sprechen für den anscheinend wirklich bahnbrechenden Erfolg: In den ersten 60 Tagen nach Launch der englischsprachigen Version registrierten sich fast 3 Millionen User, täglich kamen laut Scientific American rund 50.000 hinzu. Zum Vergleich: SecondLife benötigte 3 Jahre, um 1 Million Mitglieder sein Eigen zu nennen! Barbie Girls ist damit die bisher am schnellsten wachsende virtuelle Community, Zahlen zur deutschen Version fehlen bisher allerdings.

Der für Eltern heimtückische, aber dennoch geniale Marketing-Gag an der ganzen Sache: für bestimmte Kleidungsstücke, Handtaschen, Kettchen , Möbel (mit denen man sich sein eigenes Pixel-Zimmer einrichten kann) oder gar private Chat-Sitzungen benötigt man ein Barbie Girls MP3 Playereigens für die „Barbie Girls“-Welt angebotenes USB-Terminal, was gleichzeitig als MP3-Player mit 512MB Speicherplatz fungiert (siehe Bild rechts, Quelle: amazon.de). Dieser dient quasi als Schlüssel für weitere Funktionen innerhalb der virtuellen Community, und es ist nicht überraschend, dass natürlich nur die schönsten, ausgefallensten und süßesten Accesoires und Features mit diesem Player zugänglich sind. Genau aus diesem Grund wird dieses Jahr auch auf tausenden, in wackeligen Schreibschriftbuchstaben verfassten Weihnachtswunschzetteln dieser Spielstick ganz oben stehen, und mit Sicherheit werden zahlreiche erweichte Elternherzen schließlich auch die horrenden 99,99 Euro für die Wunscherfüllung ihrer kleinen Sprösslinge ausgeben (zum Vergleich: ein MP3-Player mit gleichem Speicherplatz wie der von Barbie kostet im Schnitt etwa um die 30 Euro). Bei der beobachteten Testperson steht er zumindest neben dem Laptop und dem x-ten Nintendo-Spiel an dritter Stelle des Wunschzettels.

Weiterführende Links:

Informationen zum Thema Sicherheit auf “Barbie Girls”
Ausführlichere Infos zur Plattform von der New York Times

Deutschland is(s)t Wurst oder ‘was man so alles findet…’

Es ist erstaunlich, was man alles findet, wenn man etwas ganz anderes sucht:

Beim Surfen durch´s Netz habe ich die Website der Firma Ride Snowboards gefunden, bei der die Sprachauswahl wirklich nett dargestellt ist:

navi.jpg
Sofort musste ich an den Renault-Spot denken,

r_spot.jpg

bei dem ja das Thema Sicherheit mit verschiedenen Lebensmitteln dargestellt wird. Als ich diesen Spot gesucht habe, um zu schauen ob wir (Deutschland) dort auch durch eine Wurst dargestellt werden (ja, auch hier sind wir eine Wurst), habe ich die Seite sicher.tv gefunden:

sicher.jpg

Diese wird von Renault betrieben und ist wirklich nett gemacht. Mit gefällt es echt gut, wenn ein Moderator den User begrüßt und durch die Seite führt.

Dies gibt es ja auch bei simyo, wobei hiermit nicht nur die Website aufgewertet wird, sondern auch eine tolle Brücke zu den Tv-Spots geschlagen wird.

simyo.jpg

Alles in allem war das mal wieder eine tolle kleine Entdeckungstour durch unser www. :)

Daimler startet Mitarbeiter-Blog

DAimler Blog-Logo

Seit gestern hat der Konzern Daimler einen eigenen Mitarbeiter-Blog, in dem zu Themen wie “Beruf & Karriere”, “Das Unternehmen” und “Nachhaltigkeit gebloggt wird. Schon in dem ersten Beitrag wird das Ziel dieser Maßnahme erklärt:

Auch wir wollen nun einen Blog nutzen, um deutlich zu machen: Kommunikation ist keine Einbahnstraße. Sie lebt vom Austausch - und dafür brauchen die Empfänger einen Kanal für offenes Feedback. Zum Beispiel diesen Daimler-Blog, in dem Mitarbeiter durch ihre Beiträge unser Unternehmen etwas transparenter machen. Und bei diesen Themen geht es nicht um die Unternehmensmeinung, sondern um Einblicke in das „Leben beim Daimler”.

Gerne schließen wir uns den Glückwünschen von z.B. Fischmarkt an: Willkommen in der Welt der Blogger! ;o)

… und lustig ist auch der Roll-Over-Effect ;o)

daimler_roll_off.jpg daimler_roll_on.jpg

einestages - die ‘journalistische Antwort auf das Mitmach-Web’ von Spiegel Online

Es hat ein wenig gedauert, jetzt kann man auch auf Spiegel Online ein „Beta-Logo“ bewundern: Mit einestages ist heute offiziell die Community-Plattform des deutschen Nachrichtenportal-Marktführers an den Start gegangen.

Logo einestages

Auf einestages als Plattform zum Thema Zeitgeschichte können die User „Geschichte sehen, Geschichte lesen - und Geschichte schreiben“. Redaktionell erstellte Texte sind dabei ebenso Bestandteil der Seite wie Zeitzeugenberichte der User. Diese können sowohl Texte als auch Fotos, Tondokumente oder Videos zu allen möglichen Themen der Zeitgeschichte einstellen, von Kriegsbriefen von der “Tirpitz” über Privat-Fotos aus Auschwitz bis hin zu DDR-Postkarten. Alle Beiträge können diskutiert und bewertet werden, im Bereich „Fundgrube“ kann das Community-Mitglied andere User sogar nach Geschichten und Namen zu alten Fotos befragen.

Dabei unterscheidet sich das Portal allerdings maßgeblich von herkömmlichen User-Generated-Content-Plattformen: Alle Texte und Bilder werden von einer Redaktion geprüft und gegebenenfalls redigiert, bevor sie auf einestages veröffentlicht werden. Auch Profilseiten oder Diskussionsbeiträge der registrierten Nutzer müssen zuerst freigeschaltet werden. Das hat nichts mit Zensur, sondern mit Qualitätskontrolle zu tun, so zumindest die Redaktion:

„Die Redaktion sorgt dafür, dass die Leser täglich eine spannende Mischung historischer Themen und Zeitzeugenberichte auf den Seiten von einestages finden können - gründlich recherchiert, gut formuliert und beeindruckend illustriert mit packenden Fotos und Videos. […] Wir sind davon überzeugt, dass eine professionelle redaktionelle Betreuung dieses Projekts sowohl im Interesse der Leser als auch der einestages-Mitglieder ist.“

(aus den FAQ von einestages)

Citizen Journalism also als Partnerschaft zwischen Redaktion und User? Oder eine Art Wikipedia aus subjektiven Puzzleteilen? Mal sehen, wie solch eine Plattform von den Usern angenommen wird und wie die Redaktion den Spagat zwischen objektiver Zeitgeschichte und individuellen Augenzeugenberichten schaffen wird.

Surfverhalten unter Beobachtung

friendfeed_logoMit FriendFeed bringen vier ehemalige Softwaredesigner von Google einen Dienst ins Web, den man als eine Art Meta-SocialNetwork für SocialNetworker bezeichnen könnte: Der FeedReader ermöglicht es, alle Webaktivitäten von Freunden auf einer Seite gebündelt anzuzeigen und das Surfverhalten so genaustens zu beobachten und zu verfolgen.

So wird beispielsweise angezeigt, welche Songs welcher Freund gerade auf last.fm hört, welche Videos kürzlich von wem auf YouTube hochgeladen wurden, wer welche Bilder neu bei Flickr reingestellt hat und welche Aktualisierungen der Freund eben bei Facebook vorgenommen hat. FriendFeed, momentan noch in der Private Beta, unterstützt dabei insgesamt 23 Services und lässt sich neben der Integration auf iGoogle oder in gängige Feedreader auch in die eigene Website bzw. den eigenen Blog einbinden. Obwohl man sich für diesen Dienst registrieren und sich damit mit der Bespitzelung durch Freunde einverstanden erklären muss, wird auch hier ähnlich wie bei Google StreetView bereits erste Kritik an der Einschränkung der Privatsphäre laut. So kann man anscheinend auch einen Nicht-FriendFeed-User als „imaginären Freund“ hinzufügen und bis zu einem gewissen Punkt tracken, indem man einfach seinen Username des entsprechenden Dienstes angibt. Bei Facebook beispielsweise ist zwar die Voraussetzung für diese „unautorisierten“ Statusreporte, dass man mit der entsprechenden Person in Facebook befreundet ist; so oder so erfolgt dieses Tracking dennoch ohne direkte Einwilligung des Users. Bleibt gespannt abzuwarten, welche Diskussionen um die Public Privacy dem Startup FriendFeed noch folgen werden…

friendfeed_screen1.jpg