Es hat ein wenig gedauert, jetzt kann man auch auf Spiegel Online ein „Beta-Logo“ bewundern: Mit einestages ist heute offiziell die Community-Plattform des deutschen Nachrichtenportal-Marktführers an den Start gegangen.

Auf einestages als Plattform zum Thema Zeitgeschichte können die User „Geschichte sehen, Geschichte lesen - und Geschichte schreiben“. Redaktionell erstellte Texte sind dabei ebenso Bestandteil der Seite wie Zeitzeugenberichte der User. Diese können sowohl Texte als auch Fotos, Tondokumente oder Videos zu allen möglichen Themen der Zeitgeschichte einstellen, von Kriegsbriefen von der “Tirpitz” über Privat-Fotos aus Auschwitz bis hin zu DDR-Postkarten. Alle Beiträge können diskutiert und bewertet werden, im Bereich „Fundgrube“ kann das Community-Mitglied andere User sogar nach Geschichten und Namen zu alten Fotos befragen.
Dabei unterscheidet sich das Portal allerdings maßgeblich von herkömmlichen User-Generated-Content-Plattformen: Alle Texte und Bilder werden von einer Redaktion geprüft und gegebenenfalls redigiert, bevor sie auf einestages veröffentlicht werden. Auch Profilseiten oder Diskussionsbeiträge der registrierten Nutzer müssen zuerst freigeschaltet werden. Das hat nichts mit Zensur, sondern mit Qualitätskontrolle zu tun, so zumindest die Redaktion:
„Die Redaktion sorgt dafür, dass die Leser täglich eine spannende Mischung historischer Themen und Zeitzeugenberichte auf den Seiten von einestages finden können - gründlich recherchiert, gut formuliert und beeindruckend illustriert mit packenden Fotos und Videos. […] Wir sind davon überzeugt, dass eine professionelle redaktionelle Betreuung dieses Projekts sowohl im Interesse der Leser als auch der einestages-Mitglieder ist.“
Citizen Journalism also als Partnerschaft zwischen Redaktion und User? Oder eine Art Wikipedia aus subjektiven Puzzleteilen? Mal sehen, wie solch eine Plattform von den Usern angenommen wird und wie die Redaktion den Spagat zwischen objektiver Zeitgeschichte und individuellen Augenzeugenberichten schaffen wird.
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