Was steckt hinter Googles Social Graph API?

Kurz gesagt, vereinfacht das neue Social Graph API, von Google erst vor einigen Tagen veröffentlicht, das automatische Auffinden und Auslesen von Beziehungen zwischen Webseiten und Personen. Dabei pflegen die Nutzer und Betreiber von Weblogs, Communities und anderen Web 2.0-Seiten diese Beziehungsdaten selbst. Google sammelt also nur bereits dezentral vorhandene Daten, fasst diese zusammen und bereitet sie für Dritte auf.

Schaubild zum API

Doch selbst das scheinbar allwissende Google benötigt zum Erkennen der Relationen Hilfe, und diese kommt in Form zweier schon länger bestehender Standards, die sich langsam aber sicher im Web verbreiten: XFN und FOAF. Beide Projekte setzen auf einen Bottom-Up-Ansatz, d.h. sie erweitern bestehende Webseiten um winzige zusätzliche Informationsattribute, die den vorhandenen Code nicht stören.

Verlinke ich in unserem Weblog beispielsweise die Seite oder das Profil eines Kollegen, muss ich dem Verweis nur diese zusätzliche Information hinzufügen, was dann im Falle von XFN so aussehen wie in unserer Sidebar "Bummeltour": <a href="http://ecommerce.typepad.com/exciting_ecommerce/" rel=”met colleague”>Exciting Commerce</a>. Die fettgedruckten Attribute, so genannte rel-Tags, wurden manuell hinzugefügt. Ich habe nun auf meiner Seite die Information eingefügt, in welcher Beziehung dieses Weblog zu Exciting Commerce steht. Üblicherweise beziehen sich diese Angaben zwar auf reale Personen, aber hier haben wir einen anderen Anwendungsfall.

Googles Social Graph API macht nun nichts anderes, als auf den von Google indizierten Seiten nach solchen Codes zu suchen und diese miteinander in Verbindung zu setzen. Würde das Exciting Commerce-Weblog das entsprechende Markup auch einfügen, hätten wir eine gegenseitige Verknüpfung geschaffen. Auf diese Weise können also Freundes- oder berufliche Netzwerke dargestellt werden, ohne dass die Daten zentral gepflegt werden müssen (wie etwa bei Xing oder Facebook). Vielmehr kann jeder auf seiner eigenen Seite kontrollieren, wen er mit sich in Verbindung bringt.

Andererseits kann ich anhand des Tags rel=”me” weitere Seiten und Profile von mir selbst verlinken, z.B. meine Profilseiten in diversen Communities, welche diese Kennzeichnung ebenfalls automatisch vornehmen. Dann genügt eine einzige Abfrage über Googles Social Graph API, um etwa herauszufinden, in welchen Communities ich mit welchem Benutzernamen Mitglied bin oder welche Seiten mir noch gehören. Darüber hinaus lässt sich mein jeweiliges Freundesnetzwerk abfragen. Liegen all diese Informationen einmal vor, können sie beispielsweise mit eigenen Daten abgeglichen werden. Die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig, konkrete Anwendung aber noch kaum vorhanden. Für die kommenden Monate ist aber mit einer Vielzahl von Ideen und Umsetzungen zu rechnen. Mit simplen Mitteln lassen sich so relativ mächtige Tools entwickeln, auf die Google mit kleinen Beispieltools zum Ausprobieren schon einen Vorgeschmack gibt.

1 Antwort zu “Was steckt hinter Googles Social Graph API?”


  1. 1 Remo

    Super, na endlich bin ich fündig geworden. Dies ist der einzige Beitrag zu rel=”met colleague”.
    Danke hat sehr geholfen.

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