Archiv für April, 2008

Magento European Meetup

Roy Rubin (Mitte) und zwei netz98-lerGestern Abend haben wir uns zu dritt auf den Weg zum ersten europäischen Magento Meetup in Frankfurt gemacht, um uns mit anderen Interessierten, Community-Mitgliedern und natürlich Roy Rubin und Peter Kaminski von Varien, der Firma hinter der Magento-Shopsoftware, auszutauschen. Die Veranstaltung fand in Form eines Community-Stammtisches statt und bot eine gute Plattform, seine Fragen direkt an Magento zu stellen und sich mit anderen Nutzern und Entwicklern auszutauschen. So konnten die Anforderungen des deutschen und europäischen Marktes und die Wünsche der User unmittelbar an Magento herangetragen werden. Auf der anderen Seite haben wir viel Interessantes erfahren über die zukünftige Roadmap von Magento, über geplante Features und Entwicklungsschwerpunkte. Auch das anschließende “gemütliche Beisammensein” hat viel Spaß gemacht und einen spannenden Dialog mit anderen Anwendern ermöglicht. Eine Zusammenfassung der besprochenen Themen findet sich hier im Magento Forum.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit

Nicht nur im Marketing, in den Medien und in der Werbung dreht sich vieles um Aufmerksamkeit. Unter dem Namen Aufmerksamkeitsökonomie beschäftigt sich ein ganzer Wissenschaftszweig mit diesem Thema, das vor allem durch das Web 2.0 immer mehr, ähem, Aufmerksamkeit erhält.

Die Währung der User

Für Werbetreibende im Netz ist es wichtig, dass die User ihre Werbung sehen und gegebenenfalls darauf reagieren, zumindest aber einen kurzen Augenblick ihrer wertvollen Zeit dafür opfern - und sei es nur ein Sekundenbruchteil. Schon ist die Botschaft ins Gehirn gelangt. Aufmerksamkeit ist so etwas wie die Währung der User, die sie dafür zahlen, dass Angebote frei im Internet zugänglich sind. Aber wenn wir wissen, was die User wirklich interessiert, können wir sie viel gezielter ansprechen. Dass dies erfolgreich umgesetzt werden kann, zeigen zahlreiche Beispiele aus dem Web.

Aufmerksamkeit als Filter

Aber auch die Nutzer können Vorteile davon haben, wenn sie ihre Präferenzen preisgeben, etwa dann, wenn sie Portalseiten personalisieren und nur die Informationen anfordern, an denen sie interessiert sind. Sie generieren also einen Filter, der Uninteressantes aussortiert, indem sie angeben, wofür sie ihre Aufmerksamkeit opfern möchten. Gleichzeitig erfährt der Anbieter der Informationen, wofür sich seine Kunden interessieren.

Ein Lösungsansatz: APML

APML-DiagrammUm beide Perspektiven vereinen zu können, sind unterschiedliche Wege denkbar. Einer davon baut auf vorhandenen Technologien des Internet auf und möchte Werkzeuge ermöglichen, die helfen, Aufmerksamkeitsdaten zu verwerten. Unter dem Titel Attention Profile Markup Language (APML) wurde ein Standard ins Leben gerufen, der im Ansatz äußerst vielversprechend ist. In APML können Interessen standardisiert dargestellt und mit Internetdiensten oder Programmen ausgetauscht werden.

Mögliche Szenarien

APML fasst die persönlichen Interessen automatisiert oder nach manueller Vorgabe in einer Datei zusammen und gewichtet sie. Anhand dieser kleinen Datei können nun Nachrichten oder Newsfeeds gefiltert und nach Wichtigkeit sortiert, die eigenen Vorlieben mit denen anderer Personen abgeglichen, Suchergebnisse verfeinert oder Produktempfehlungen eingeholt werden. Die Entwicklung steht noch am Anfang, aber die Einsatzszenarien sind äußerst vielfältig. Profitieren würden jedoch nicht nur die Nutzer, die im Idealfall die Kontrolle über ihre APML-Datei behalten, sondern auch Werbetreibende oder Information-Broker, die ihre Kunden noch besser kennen lernen können. Im Austausch für ihr Aufmerksamkeitsprofil erhalten die Kunden genauer auf sie zugeschnittene Informationen.

Zukunftsmusik?

Bereits jetzt existieren Beispielanwendungen, die APML-Profile generieren und nutzen können. Beispielsweise erstellt Tastebroker das APML-Profil von Nutzern des Musikdienstes last.fm. Unter der URL http://tastebroker.org/apml/last.fm/BENUTZERNAME kann das persönliche Profil abgerufen werden, das z.B. Amazon oder iTunes für Kaufempfehlungen nutzen könnten - wenn sie denn APML unterstützten. Tastebroker kann aber auch ein Profil aus den gesammelten Lesezeichen eines Users bei del.icio.us auslesen, bitte schön: http://tastebroker.org/apml/web/BENUTZERNAME. Ein weiterer Dienst, ItemRank von Engagd, kann RSS-Feeds verarbeiten und daraus APML-Profile erstellen, erfordert aber eine vorherige Anmeldung. Daneben existiert mittlerweile ein Wordpress-Plugin, das ein APML-Profil aus den bisher geschriebenen Beiträgen erzeugt. Noch sind Anwendungen dafür rar, aber man braucht nicht viel Phantasie, um sich weitergehende Möglichkeiten auszumalen.

Captchas - für wen ist das eigentlich ein Hindernis?

Captchas gibt es ja inzwischen fast bei jedem Formular, damit sogenannte Spam-Bots zum Beispiel keine Medikamenten- oder Porno-Werbung automatisiert in Forem setzen können.

Hier nochmal die Definition von wikipedia: “CAPTCHA ['kæpʈʃə] ist ein Akronym für Completely Automated Public Turing test to tell Computers and Humans Apart. Wörtlich übersetzt bedeutet das „Vollautomatischer öffentlicher Turing-Test, um Computer und Menschen zu unterscheiden“. CAPTCHAs werden verwendet, um zu entscheiden, ob das Gegenüber ein Mensch oder eine Maschine ist. Der Begriff wurde zum ersten Mal im Jahr 2000 von Luis von Ahn, Manuel Blum und Nicholas J. Hopper an der Carnegie Mellon University und von John Langford von IBM gebraucht.

Soweit so gut - eine sinnvolle Idee. Was ist aber, wenn der User die Bilder auch nicht lesen kann? Ich zum Beispiel scheitere regelmäßig an amerikanischen Captchas!

Ich zeig mal was ich meine:
Bei StudiVZ zum Beispiel ist es gar kein Problem, die Captchas zu lesen.

Aber schaut mal bei twitter. Kann nur ich das nicht lesen???

Als ich die Screenshots gemacht habe, habe ich übrigens das erste Mal gesehen, dass es auch Audio-Captchas gibt. Die Firma reCAPTCHA bietet sowas an. Finde ich aber auch nicht richtig gut, denn man versteht es auch nicht immer.

Im Blog “Kaffeeringe” habe ich auch noch einen interessanten Artikel gefunden, der neue Ansätze beschreibt, so Z.B.
- “Es werden z.B. Formular-Felder vor dem Menschen versteckt. Der Bot sieht sie aber und füllt einfach alles aus, was er findet. Ist das Feld ausgefüllt, weiß das Anti-Spam-Programm, dass es ein Bot gewesen sein muss.
- “…kann man messen, wie schnell das Formular ausgefüllt und abgesendet wurde - Bots sind natürlich viel schneller als Menschen - und man kann überprüfen wie schnell und wie viele Formulare von dem gleichen “Besucher” abgeschickt werden.”

Finde ich ganz nette Ideen, wobei es wieder nur eine Frage der Zeit sein wird, bis die Spam-Bots auch diese Hürden überwältigen.

Das Internet als kommerzielles Leitmedium?! - Ein kurzes Update

Es ist ja eigentlich nichts neues: Das Internet gewinnt als Medium rasant an Bedeutung, sowohl aus Nutzungssicht als auch aus Sicht der Werbeindustrie. Schon 2007 war das Netz zumindest bei Jugendlichen der beliebteste Zeitvertreib, im Bevölkerungsdurchschnitt lag es nur noch 11% hinter dem Fernsehen. Bei dem heutigen Fernsehprogramm nur eine Frage der Zeit, bis das Web insgesamt zum meistgenutzten Medium wird (sieht die EIAA übrigens genauso, unabhängig vom Fernsehprogramm :) ).

In Großbritannien ist heute nach einer aktuellen Studie sogar absehbar, wann das TV auch seine Rolle als umsatzstärkstes Werbemedium ans Web abtritt: Spätestens Ende 2009 sollen die Online-Werbeinvestitionen die des klassischen Fernsehens überholt haben (wie es beispielsweise in Schweden schon der Fall ist). In Deutschland ist die Sachlage momentan zwar noch etwas anders (hier soll sich das Wachstum des Internets zunächst eher zu Lasten der Printwerbung auswirken) – trotzdem sprechen beispielsweise auch die Prognosen des OMD für eine baldige Vorreiterstellung des Internets gegenüber klassischen Medien. Diese Entwicklung wird natürlich auch auf Seiten der Werbeanbieter deutlich. Erst diese Woche kündigte beispielsweise Yahoo! an, die neue Werbeplattform AMP! ins Leben zu rufen.

”The AMP! platform will ultimately help marketers buy across search, display, local, mobile, and video inventory - all from a single, integrated interface.” Quelle: Yahoo! Press Room

Eigentlich schon ein wenig kurios, zumindest in anbetracht der gestrigen Meldung. Wie berichtet wurde, kündigen Yahoo und Google nämlich eine Zusammenarbeit an, zumindest auf Zeit. In einer Art Testlauf will Yahoo 14 Tage lang Werbeanzeigen vom größten Konkurrenten Google auf den eigenen Seiten schalten. Zwar dient dies wohl eher der taktischen Abwehr einer möglichen Übernahme von Yahoo durch Microsoft, aber es zeigt: Die Veränderungen im Bereich des Online-Werbemarkts auch bzw. gerade von Seiten der Anbieter sprechen für eine Entwicklung des Internets zum kommerziellen Leitmedium. Irgendwann vielleicht sogar mit einem marktbeherrschenden „Yahoogle! AdWords“.

Politik 2.0

Neulich wurde mir die Seite von US-Präsidentschaftskandidat Barack Obama gezeigt und ich muss sagen: Ich bin beeindruckt! Dass die Amerikaner mit Wahlwerbung ganz anders umgehen und dass sie im Bereich Internet einen Schritt voraus sind, ist ja nichts neues. Aber diese Website hat mich persönlich echt zum staunen gebracht.

Es fängt damit an, dass die Seite hochwertig, emotional und aussagekräftig gestaltet ist. Es sind verschiedene Teaser platziert, in denen Termine, Videos, News usw. sehr übersichtlich dargestellt werden.

Barack Obama  Change We Can Believe In  Home.jpg

Schaut man sich dagegen Websites von z.B. Angela Merkel oder Horst Köhler an, kann man durchaus sagen, dass diese nicht ganz so modern sind.

Angela Merkel - Homepage.jpg

Horsts.jpg

obama_everywhere.jpgJetzt aber der Punkt, über den ich am meisten gestaunt habe. Scrollt man nach ganz unten, gelangt man zu dem Bereich „Obama everywhere“. Und hierbei ist die Headline wirklich Programm! Facebook, My Space, YouTube, Flickr, Digg, Twitter … er ist echt überall!

Twitter - BarackObama.jpg

… Übrigens hat Obama bei Twitter mit Abstand die meisten Follower, nämlich über 22.000 !!!

Flickr- Fotos & Videos von Barack Obama.jpg

Wenn dass nicht Politik 2.0 ist, dann weiß ich auch nicht.

Magento 1.0

Unter dem Motto “Open Source eCommerce Evolved” hat die US-amerikanische Firma Varien gerade die Version 1.0 ihrer Onlineshop-Software Magento veröffentlicht. Magento ist eine vollständige Shop-Anwendung mit vielen sinnvollen und nützlichen Features und äußerst flexiblen Anpassungsmöglichkeiten. Besonders hervorzuheben sind die SEO-Features, der Checkout-Prozess auf einer Seite, zahlreiche Versandoptionen und die Kunden- und Produktverwaltung in der Administrationsoberfläche.

Magento Frontend

Magento hat schon für einigen Wirbel gesorgt, weil sich in diesem Bereich lange nichts getan hat. Aber auch weil Magento technisch auf dem neuesten Stand ist. Neben intelligentem Einsatz von AJAX überzeugt der saubere, objekt-orientierte PHP5-Quellcode auf Basis des Zend Frameworks. Das erleichtert nicht nur Entwicklern die Arbeit - die Open Source-Community rund um Magento ist in kurzer Zeit rapide gewachsen und sehr aktiv -, sondern auch Frontend-Designer dürften sich über die klare Struktur, die umfangreiche Dokumentation und den modularen Aufbau freuen. Die Magento-Kernentwickler haben auch immer wieder erfrischend neue Ideen, was die Weiterentwicklung ihrer Software angeht, etwa Videoseminare, Online-Workshops oder eben die Integration von Erweiterungen Dritter.

Magento Backend

Speziell für diese Erweiterungen wurde eine einheitliche Schnittstelle names DataFlow geschaffen, welche zugleich der einfachen Integration und der Qualitätssicherung dienen soll. Der Austausch mit Kunden und Community wird intensiv über ein Blog, ein Forum, und sogar per Twitter gepflegt. Als offizielle Alpha-Tester konnten wir uns davon eindrücklich überzeugen. Gerade in Deutschland ist Magento schon sehr positiv angenommen worden und hat auch einige Partner gefunden. Man dürfte sich also nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, wenn man Magento eine große Zukunft voraussagt. Wer möchte, kann sich im Admin-Bereich des offziellen Demo-Shops umsehen und von den Fähigkeiten der Software überzeugen.

PS: Die netz98 new media GmbH ist stolzer Gold Partner von Magento.