Ob Spiele, die Anzeige von Nachrichten, Webcam-Bildern oder Fotos, nützliche Tools wie To-Do-Listen, Kalender, Routenplaner oder die Übersicht des eigenen Mail-Accounts. Widgets haben den Desktop und das Web in den letzten Jahren mit rasanter Geschwindigkeit erobert. Neben dem praktischen Nutzen steht vor allem auch der Spaßfaktor, welchen die Mini-Anwendungen bieten, im Vordergrund.
Während Anfangs die Entwicklung von Desktop- und Web-Widgets parallel lief, die für spezielle Betriebssystem entwickelten Mini-Anwendungen jedoch nicht im Browser liefen und auch umgekehrt Web-Widgets nicht auf dem Desktop einsetzbar waren, verschwinden die Grenzen zwischen diesen beiden Welten nun immer mehr. Mit speziellen Widget-Engines (z.B. Yahoo! Widgets) wurde Web-Widgets letztendlich auch der Weg zum Einsatzort auf dem Desktop geebnet.
Viele Entwickler standen dennoch oft vor einem Dilemma: Hatten sie ein Widget für eine Zielplattform konzipiert, kamen sie meistens nicht um Änderungen oder gar komplette Neuprogrammierungen umher, um das Widget auch auf anderen Plattformen einzusetzen. Mit der Universal Widget API (UWA) möchte netvibes seit dem März 2007 diesem Problem nun entgegenwirken. So sollen Widgets, welche auf UWA basieren, in naher Zukunft auf allen gängigen Plattformen einsetzbar sein. Aktuell wird das Einbetten von UWA-Widgets auf den persönlichen Seiten bei iGoogle und netvibes, im Opera-Browser, im Apple Dashboard und als Beta-Versionen in Windows Live und auf dem Windows-Desktop (Vista-Sidebar) ermöglicht. Zudem können UWA-Widgets per IFrame auf jeder beliebigen Webseite oder einem Blog eingebunden werden. Ein interessanter Ansatz, mit dem ich mich nun auch in meiner Diplomarbeit bei netz98 beschäftige.
So möchte ich basierend auf der Universal Widget API eine widgetbasierte Bilddatenbanklösung entwickeln. Im Hintergrund wird es allerdings einen zentralen Server für die Datenhaltung geben. Im Gegensatz zu bisherigen Bilddatenbanken, die entweder als klassische Desktop- oder Webanwendung daherkamen, wird es jedoch hierbei keine zentrale Anwendungsoberfläche mehr geben. Alle Funktionen und Features werden innerhalb einzelner Widgets gekapselt. Dadurch stehen stets nur die Funktionen zur Verfügung, welche man gerade benötigt, was zum Ergebnis eine aufgeräumte und übersichtliche Widget-Oberfläche hat und auch die Bedienung gegenüber komplexen Bilddatenbanklösungen vereinfacht.
So lassen sich etwa gerade gemachte Schnappschüsse per iPhone direkt in die eigene Bilddatenbank hochladen, innerhalb netvibes können Freunde und Bekannte die letzten Urlaubsfotos in einer Slideshow bewundern, auf dem Desktop kann das eigene Bildmaterial durchforstet werden und bei iGoogle können Bilder bearbeitet oder heruntergeladen werden, um nur einige Anwendungsmöglichkeiten zu nennen. Die gewünschten Funktionalitäten stehen damit stets in der aktuellen Arbeitsumgebung zur Verfügung.
Ob sich alles so realisieren lässt, wie ich mir das vorstelle, wird sich zeigen. Die ersten Schritte sind jedoch gemacht. Die Konzeption steht, ein Datenbankmodell ebenfalls, erste Hürden mit der Universal Widget API sind genommen und Tests erfolgreich verlaufen und mittlerweile gibt es auch Layout-Entwürfe für die Widget-Oberflächen.
Wie es nun mit der Umsetzung meiner Diplomarbeit weitergeht? Dazu demnächst mehr in diesem Blog.
Hallo,
klingt ganz interessant. Ich bin gerade beim recherchieren hier gelandet. Ich suche eine kostengünstige Lösung für, ein, ich nenne es mal Portal, in dem sich Mitglieder ähnlich wie bei polyvore.com aus einer Datenbank Bilder, Grafiken zusammenstellen können, um sie in anderen Programmen wie Photoshop, Ilustrator oder Corel weiterverarbeiten können. Wäre das auch eine widgetbasierte Lösung? Ich finde polyvore.com ziemlich genial und frage mich, wie machen die das? Ich bin keine Entwicklerin oder ähnlich, sondern eine userin, die eine gute Lösung sucht für ein kleines Business im Modebereich.
Würde mich über eine Antwort freuen
Viele Grüße
Suzana
Hallo Suzana,
polyvore.com ist wirklich eine tolle Website. Vor einiger Zeit bin ich auch schon einmal auf der Seite gelandet und habe etwas mit dem Editor experimentiert. Wie die Seite im Hintergrund technisch umgesetzt ist, kann ich Dir jedoch nicht genau sagen. Vermutlich wird aber ein Großteil des polyvore-Editors in JavaScript programmiert sein, was alleine schon Effekte wie das Skalieren von Bildern und Grafiken vermuten lässt.
Eine Webanwendung, die das Zusammenstellen von Bildern sowie Grafiken und das anschließende Weiterverarbeiten ermöglicht, muss jedoch nicht zwangsläufig widgetbasiert sein. Widgets bieten allerdings den Vorteil, dass diese in verschiedenen Websites, Blogs und Portalen oder aber auch auf dem Desktop eingesetzt werden können. Als eigene kleine Anwendung. Auch Polyvore hat diese Chance gesehen und seine Anwendung für Facebook portiert, so dass diese dort innerhalb des eigenen Benutzerprofils genutzt werden kann.
Viele Grüße
Raphael