Was ist ein Teaser
„Ein Teaser (von engl. tease = reizen, necken) bezeichnet einen in der Werbesprache verwendeten „Anreißer“, der zum Weiterlesen, -hören, -sehen, -klicken verlocken soll“ (Wikipedia)
Im Web haben Teaser eine ganz besondere Bedeutung, denn sie stellen neben der Suche und der Navigation den dritten Haupteinstieg in die Inhalte eines Webauftrittes dar. Im Gegensatz zum Einstieg über die Suche oder über die Navigation bietet ein gutes Teaserkonzept Raum für Priorisierung, d.h. es können bestimmte Inhalte gezielt nach vorne geholt werden.
Der klassische Teaser
Ein klassischer Teaser ist ein Hinweis und ein Link zu bestimmten Inhalten und Funktionalitäten. Meistens bestehen Teaser aus folgenden Komponenten: Headline, Text, Bild und Link. Ein Beispiel für einen gut gemachten klassischen Teaser findet man auf dem deutschen Auftritt von Ford: Dieser führt zu einer Art „interaktivem Produktfinder“. Auffällig ist, dass über eine Animation zusätzliche Aufmerksamkeit erzeugt wird.

Insgesamt ist momentan jedoch ein Trend weg vom klassischen Teaser beobachtbar. Die neue Generation zeichnet sich vor allem durch mehr Funktionalität und Interaktionsmöglichkeit im Teaser selbst aus.
Was die neue Teaser-Generation ausmacht, wird am selben Beispiel deutlich, wenn man sich die Frage stellt, was diesen Teaser attraktiver und effektiver machen könnte. Eine Möglichkeit wäre, direkt einen Mehrwert zu bieten, anstatt diesen nur zu kommunizieren. Das würde für das aktuelle Beispiel bedeuten, dass die ersten oder die wichtigsten Auswahlkriterien für den Konfigurator direkt auswählbar sind.

Vorstellung der verschiedenen Formen des modernen Teasers:
Teaser mit direkter Funktionalität
Diese Teaserform nimmt den grundsätzlichen Auftrag des Teasers wörtlich: Sie bringt Funktionalität und Content nach vorne! Anstelle z.B. zu kommunizieren „Hier finden Sie unseren innovativen Preisrechner“, um dann auf diesen zu verlinken, wird die entsprechende Funktionalität direkt nutzbar gemacht. Dies hat zwei ganz entscheidende Vorteile: Auf der einen Seite vermittelt dies dem Nutzer sehr schnell und sehr visuell einen gewissen Mehrwert, auf der anderen Seite ist natürlich die Funktion an sich schneller und einfacher zu finden und zu nutzen. Es muss auch nicht immer die komplette Funktionalität im Teaser abgebildet werden, oft reichen auch die ersten Schritte, oder eine Essenz der wichtigsten Einzelfunktionalitäten. In diesem Fall sollte der Teaser mit einem Link zum kompletten Modul versehen sein. Ein sehr gutes Beispiel für dieses Modell ist ein Teaser auf der deutschen Startseite der Lufthansa. Hier findet man statt eines einfachen „jetzt buchen“ Teasers, einen komfortablen Konfigurator. Andere Beispiele sind Produktfinder oder auch Bundesliga Liveticker.
Der Fake-Teaser
Das Grundprinzip dieser modernen Teaserform ist eine visuelle Darstellung der Funktionalität, ohne diese direkt zu bieten. Ein gutes Beispiel sind die Bewegtbild-Teaser von Sport1: Die toolige Playeroptik vermittelt dem Nutzer sehr visuell, dass sich dahinter Bewegtbild verbirgt. Erreicht wird dies z.B. durch den durchaus gelernten Play-Button auf dem Motiv, welcher dem Nutzer suggeriert, dass dieser sich den entsprechenden Film innerhalb der Teaserfläche ansehen kann. Allerdings ist genau dies nicht möglich - bei Klick wird ein Popup geöffnet. Trotzdem funktioniert diese Teaserform sehr gut, weil sich das Nutzungsverhalten der meisten Nutzer sehr in Richtung „erleben statt lesen“ entwickelt.
Der Auswahl-Teaser
Hierbei geht es darum, den Nutzer über den Teaser nicht nur in eine Rubrik zu führen, sondern ihm z.B. über Tabs und/oder Slider die Möglichkeit zu geben, direkt zu einzelnen Inhalten innerhalb dieser Rubrik zu springen. Dieses Modell hat wiederum zwei besondere Vorteile:

1. Der Nutzer spart sich den Klick auf die Übersichtsseite und springt direkt zum ausgewählten spezifischen Inhalt
2. Dem Nutzer wird die Anzahl und die Bandbreite der Inhalte sehr visuell vermittelt
Feed-Teaser
Die Bedeutung dieser Teaserform ist sehr an die Entwicklung von Social Media gekoppelt. Hier geht es darum, Inhalte über einen Feed direkt in den Teaser zu ziehen. Dies macht besonders Sinn, wenn neben dem Haupt-Auftritt noch weitere Web-Aktivitäten bestehen. Dies kann z.B. ein Blog sein oder auch ein Twitter-Account. Anstelle innerhalb des Teasers nur das Ziel zu kommunizieren - z.B. „hier geht es zu unserem Corporate-Blog“ - werden hier die aktuellsten Inhalte - z.B. die Titel der aktuellsten Blog-Posts - automatisch dargestellt Dieses Modell hat einen ganz besonderen Vorteil: es bietet die so wichtige Aktualität – ohne dass der Teaser aktualisiert werden muss!
Personalisierter Teaser
Dieser Form des Teasers hat zum Grundprinzip, auf jeden einzelnen Nutzer angepasste individuelle Inhalte darzustellen. Es ist keine Überraschung, dass hier wieder Amazon der Vorreiter ist und auch das Best Practice in dieser Kategorie stellt. Hier werden direkt aus den personalisierten Empfehlungen einzelne Teaser generiert. Die hohe Wahrscheinlichkeit die individuellen Nutzer-Bedürfnisse zu befriedigen und damit eine hohe Klickrate zu erreichen, spricht für dieses Modell.

Customizable-Teaser
Diese Form des Teasers ist durchaus verwandt mit den personalisierten Teasern, jedoch ist es hier der Nutzer selbst, der den Inhalt und die Ziele definiert. Bei dem Partner-Teaser auf webmiles z.B., kann jeder Teilnehmer ganz einfach seine Lieblingspartner hinzufügen und so seinen persönlichen Partner-Schnellzugriff generieren.

Zusammenfassung
Folgende Faktoren machen aus einem Teaser einen Teaser 2.0:
- Der Teaser kündigt Funktionalität nicht nur an, sondern bietet sie auch
- Der Teaser ist individuell auf die Bedürfnisse des einzelnen Nutzers zugeschnitten
- Der Teaser beschreibt nicht den dahinterstehenden Inhalt, sondern zeigt ihn sehr visuell
- Der Teaser zieht sich aktuelle Inhalte automatisch von anderen Websites, aus Blogs, aus Facebook oder Twitter
Die beschriebenen Modelle gelten im Wesentlichen ebenfalls für das Thema „Banner“. Auch hier ist ein Trend zu mehr Funktion, Inhalt und Interaktion innerhalb des entsprechenden Moduls zu beobachten.
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