Autoren-Archiv für mgutjahr

http://marketing-meile.netz98

(cc) XuliDie ICANN koordiniert die technische Verwaltung des Internet und ist somit eine Art “Regierung” des Netzes. In ihren Entscheidungsbereich fällt auch die Vergabe von Top-Level-Domains (TLDs), also etwa .de, .com., .org usw. Diese Adresszonen werden zum einen länderspezifisch vergeben oder auch als so genannten gesponserte Domains etwas für US-amerikanische Regierungsorgane (.gov) oder Bildungseinrichtungen (.edu). Daneben gibt es noch zahlreiche Spezialfälle, die in der Wikipedia ausführlich beschrieben sind.

Bei der Vergabe neuer TLDs galt bisland der Grundsatz, nur selten und wenige neue Domains zuzulassen, beispielsweise nach der Neugründung von Staaten. Von diesem Prinzip will die ICANN nun offenbar abweichen, möglichweise als Reaktion auf die immer wieder auftretenden Streitigkeiten bezüglich der Neueinführung von umstrittenen Adressbereichen wie .xxx. Auf ihrer gerade beendeten Konferenz in Paris beschlossen die über 1600 Teilnehmer eine weitgehende Freigabe der TLDs.

Das bedeutet, dass es künftig möglich sein wird, fast beliebige Begriffe als TLD zu verwenden. Zwar wird der Preis für die Einrichtung einer solchen Domain bei mehreren Hunderttausend Dollar vermutet, für interessierte Großkonzerne dürften das nur jedoch Peanuts sein. Vorstellbar sind zukünftig also URLs, die mit .microsoft, .google, .ebay oder .aldi enden. Wer über das nötige Kleingeld verfügt, kann sich bestimmt auch den eigenen Nachnamen sichern (http://bill.gates?). Allerdings schwoll der Chor kritischer Stimmung kurz nach Abschluss der Konferenz stark an, so dass mit einer zeitnahen Umsetzung des Konzepts eher nicht zu rechnen ist. Die Adresse http://marketing-meile.netz98/ wird es folglich wohl nicht so bald geben. Dennoch ist diese Entwicklung für große Firmen, die viel Geld übers Internet umsetzen, sicher interessant.

Sie haben einen Plan

aboutrobotsBereits vor einigen Tagen aufgetaucht, aber ich muss es trotzdem nochmal bloggen, sozusagen als Nachklapp zum Firefox 3 Download Day: Die Roboter kommen und sie haben einen Plan! Wie? Was?

Einfach mal in die URL-Zeile des Firefox 3 about:robots eintippen. ;-)

Exotische Zeichensätze und die Geißel aller Webentwickler

Wir hier in der Agentur benutzen zum Entwickeln und Testen ja alle moderne Software, auch was Browser angeht. Firefox 2 ist Standard, einige sind auch schon auf Vorabversionen des Firefox 3 umgestiegen. Man will ja schließlich vorne mit dabei sein. Anders sieht es leider bei vielen Kunden aus. Internet Explorer 6 ist immer noch weit verbreitet, manchmal ist sogar noch die Version 5.5 vorhanden. Darauf müssen wir natürlich eingehen, auch wenn diese Browserversionen wirklich die Geißel aller Webentwickler darstellen. So viele Anpassungen, Workarounds und Hacks werden für sie benötigt. Aber das ist alles machbar.

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Taggen für die Semantik

Tags werden auf vielen Webseiten zur “Verschlagwortung” von Inhalten eingesetzt und in den meisten Fällen von den jeweiligen Nutzern vergeben. Dabei wird auf The Wisdom of Crowds, also die Weisheit der Vielen, vertraut, was bedeutet, dass Schlagworte irgendwann auf mehr oder weniger wundersame Weise richtig vergeben werden, wenn sehr viele Menschen sie unabhängig voneinander zuordnen. Die kollektive Intelligenz soll den Mangel des semantischen Verständnisses von Software beheben helfen. Bekannte Beispiele für Tagging findet man bei del.icio.us oder flickr. Bekannt sind auch so genannte Tag Clouds, innerhalb derer auch die Gewichtung von Stichworten berücksichtigt wird. Spaß machen aber auch Anwendungen wie TagGalaxy ;O)

Nun ist immer wieder überlegt worden, ob man den Nutzern beim Zuordnen von Begriffen nicht unter die Arme greifen könnte. Manche Dienste bieten bereits von anderen vergebene Worte zur Auswahl an, was vermutlich die Ausgewogenheit beeinträchigt (bias). Einen anderen Ansatz verfolgt ein Team der weltgrößten Nachrichtenagentur Reuters. Als Händler von Informationen hatte man tagtäglich mit dem Sortieren und Einordnen derselben zu tun, so dass es nahelag, die über die Jahrzehnte gesammelten Daten auch anderweitig zu nutzen. So entstand das Projekt OpenCalais.

Hinter OpenCalais werkelt eine Technologie, die auf Basis von Reuters-Daten (englischsprachige) Texte analysiert und automatisch Tags extrahiert. Diese Tags werden dann sogar in gewissem Rahmen inhaltlich eingeordnet. Beispielsweise werden von der Software Orts- und Personennamen erkannt, so dass etwa viel genauere Suchabfragen durchgeführt werden können. Über ein API können Programmierer auf die Funktionen von OpenCalais zugreifen.

Nach Reuters hat nun mit der New York Times ein weiterer großerer Nachrichtenproduzent angekündigt, ein API für seine Daten anbieten zu wollen. Laut Aron Pilhofer von der NYT soll “alles, was wir produzieren, in Form organisierter Daten” verfügbar sein. Die Hoffnung dahinter ist, dass über Mashups mit diesen Daten Mehrwert geschaffen wird und inhaltliche Zusammenhänge noch feiner und automatisierter hergestellt werden. Tags sind also nicht bloß hübsches Beiwerk von Social Communities, sondern werden in Zukunft noch zu deutlich mehr Funktionalität beitragen. Zumal wenn sie zusätzlich noch mit dem Microformat rel-tag ausgezeichnet werden.

Magento European Meetup

Roy Rubin (Mitte) und zwei netz98-lerGestern Abend haben wir uns zu dritt auf den Weg zum ersten europäischen Magento Meetup in Frankfurt gemacht, um uns mit anderen Interessierten, Community-Mitgliedern und natürlich Roy Rubin und Peter Kaminski von Varien, der Firma hinter der Magento-Shopsoftware, auszutauschen. Die Veranstaltung fand in Form eines Community-Stammtisches statt und bot eine gute Plattform, seine Fragen direkt an Magento zu stellen und sich mit anderen Nutzern und Entwicklern auszutauschen. So konnten die Anforderungen des deutschen und europäischen Marktes und die Wünsche der User unmittelbar an Magento herangetragen werden. Auf der anderen Seite haben wir viel Interessantes erfahren über die zukünftige Roadmap von Magento, über geplante Features und Entwicklungsschwerpunkte. Auch das anschließende “gemütliche Beisammensein” hat viel Spaß gemacht und einen spannenden Dialog mit anderen Anwendern ermöglicht. Eine Zusammenfassung der besprochenen Themen findet sich hier im Magento Forum.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit

Nicht nur im Marketing, in den Medien und in der Werbung dreht sich vieles um Aufmerksamkeit. Unter dem Namen Aufmerksamkeitsökonomie beschäftigt sich ein ganzer Wissenschaftszweig mit diesem Thema, das vor allem durch das Web 2.0 immer mehr, ähem, Aufmerksamkeit erhält.

Die Währung der User

Für Werbetreibende im Netz ist es wichtig, dass die User ihre Werbung sehen und gegebenenfalls darauf reagieren, zumindest aber einen kurzen Augenblick ihrer wertvollen Zeit dafür opfern - und sei es nur ein Sekundenbruchteil. Schon ist die Botschaft ins Gehirn gelangt. Aufmerksamkeit ist so etwas wie die Währung der User, die sie dafür zahlen, dass Angebote frei im Internet zugänglich sind. Aber wenn wir wissen, was die User wirklich interessiert, können wir sie viel gezielter ansprechen. Dass dies erfolgreich umgesetzt werden kann, zeigen zahlreiche Beispiele aus dem Web.

Aufmerksamkeit als Filter

Aber auch die Nutzer können Vorteile davon haben, wenn sie ihre Präferenzen preisgeben, etwa dann, wenn sie Portalseiten personalisieren und nur die Informationen anfordern, an denen sie interessiert sind. Sie generieren also einen Filter, der Uninteressantes aussortiert, indem sie angeben, wofür sie ihre Aufmerksamkeit opfern möchten. Gleichzeitig erfährt der Anbieter der Informationen, wofür sich seine Kunden interessieren.

Ein Lösungsansatz: APML

APML-DiagrammUm beide Perspektiven vereinen zu können, sind unterschiedliche Wege denkbar. Einer davon baut auf vorhandenen Technologien des Internet auf und möchte Werkzeuge ermöglichen, die helfen, Aufmerksamkeitsdaten zu verwerten. Unter dem Titel Attention Profile Markup Language (APML) wurde ein Standard ins Leben gerufen, der im Ansatz äußerst vielversprechend ist. In APML können Interessen standardisiert dargestellt und mit Internetdiensten oder Programmen ausgetauscht werden.

Mögliche Szenarien

APML fasst die persönlichen Interessen automatisiert oder nach manueller Vorgabe in einer Datei zusammen und gewichtet sie. Anhand dieser kleinen Datei können nun Nachrichten oder Newsfeeds gefiltert und nach Wichtigkeit sortiert, die eigenen Vorlieben mit denen anderer Personen abgeglichen, Suchergebnisse verfeinert oder Produktempfehlungen eingeholt werden. Die Entwicklung steht noch am Anfang, aber die Einsatzszenarien sind äußerst vielfältig. Profitieren würden jedoch nicht nur die Nutzer, die im Idealfall die Kontrolle über ihre APML-Datei behalten, sondern auch Werbetreibende oder Information-Broker, die ihre Kunden noch besser kennen lernen können. Im Austausch für ihr Aufmerksamkeitsprofil erhalten die Kunden genauer auf sie zugeschnittene Informationen.

Zukunftsmusik?

Bereits jetzt existieren Beispielanwendungen, die APML-Profile generieren und nutzen können. Beispielsweise erstellt Tastebroker das APML-Profil von Nutzern des Musikdienstes last.fm. Unter der URL http://tastebroker.org/apml/last.fm/BENUTZERNAME kann das persönliche Profil abgerufen werden, das z.B. Amazon oder iTunes für Kaufempfehlungen nutzen könnten - wenn sie denn APML unterstützten. Tastebroker kann aber auch ein Profil aus den gesammelten Lesezeichen eines Users bei del.icio.us auslesen, bitte schön: http://tastebroker.org/apml/web/BENUTZERNAME. Ein weiterer Dienst, ItemRank von Engagd, kann RSS-Feeds verarbeiten und daraus APML-Profile erstellen, erfordert aber eine vorherige Anmeldung. Daneben existiert mittlerweile ein Wordpress-Plugin, das ein APML-Profil aus den bisher geschriebenen Beiträgen erzeugt. Noch sind Anwendungen dafür rar, aber man braucht nicht viel Phantasie, um sich weitergehende Möglichkeiten auszumalen.

Magento 1.0

Unter dem Motto “Open Source eCommerce Evolved” hat die US-amerikanische Firma Varien gerade die Version 1.0 ihrer Onlineshop-Software Magento veröffentlicht. Magento ist eine vollständige Shop-Anwendung mit vielen sinnvollen und nützlichen Features und äußerst flexiblen Anpassungsmöglichkeiten. Besonders hervorzuheben sind die SEO-Features, der Checkout-Prozess auf einer Seite, zahlreiche Versandoptionen und die Kunden- und Produktverwaltung in der Administrationsoberfläche.

Magento Frontend

Magento hat schon für einigen Wirbel gesorgt, weil sich in diesem Bereich lange nichts getan hat. Aber auch weil Magento technisch auf dem neuesten Stand ist. Neben intelligentem Einsatz von AJAX überzeugt der saubere, objekt-orientierte PHP5-Quellcode auf Basis des Zend Frameworks. Das erleichtert nicht nur Entwicklern die Arbeit - die Open Source-Community rund um Magento ist in kurzer Zeit rapide gewachsen und sehr aktiv -, sondern auch Frontend-Designer dürften sich über die klare Struktur, die umfangreiche Dokumentation und den modularen Aufbau freuen. Die Magento-Kernentwickler haben auch immer wieder erfrischend neue Ideen, was die Weiterentwicklung ihrer Software angeht, etwa Videoseminare, Online-Workshops oder eben die Integration von Erweiterungen Dritter.

Magento Backend

Speziell für diese Erweiterungen wurde eine einheitliche Schnittstelle names DataFlow geschaffen, welche zugleich der einfachen Integration und der Qualitätssicherung dienen soll. Der Austausch mit Kunden und Community wird intensiv über ein Blog, ein Forum, und sogar per Twitter gepflegt. Als offizielle Alpha-Tester konnten wir uns davon eindrücklich überzeugen. Gerade in Deutschland ist Magento schon sehr positiv angenommen worden und hat auch einige Partner gefunden. Man dürfte sich also nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, wenn man Magento eine große Zukunft voraussagt. Wer möchte, kann sich im Admin-Bereich des offziellen Demo-Shops umsehen und von den Fähigkeiten der Software überzeugen.

PS: Die netz98 new media GmbH ist stolzer Gold Partner von Magento.

There’s something in the AIR

Anfang der Woche hat Adobe sein AIR getauftes Produkt in der stabilben Version 1.0 veröffentlicht. Der Name AIR ist eine Anspielung auf die Abkürzung RIA, womit Internet-Anwendungen mit intuitiver Benutzeroberfläche bezeichnet werden. AIR macht es relativ einfach, solche Anwendungen ohne Browser, aber dennoch mit allen gewohnten Technologien wie (X)HTML, Flash, AJAX und PDF zu erstellen. AIR wurde bereits als Beta-Version von vielen early adopters installiert und getestet. Besonders populäre Anwendungen dieser Nutzergruppe sind etwa die Twitter-Clients Snitter und Twhirl. Doch AIR ist keineswegs nur für Entwickler interessant, faszinierende neue Anwendungen für Endbenutzer existieren bereits oder befinden sich vor der Fertigstellung. Einige der bemerkenswertesten Applikationen, die Offline- und Online-Welt auf neue Weise miteinander verbinden, sollen hier in aller Kürze vorgestellt werden.

Anthropologie

Für den Online-Fashionstore Anthropologie gibt es eine Desktop-Anwendung auf Basis von AIR. Der Kunde kann sich eine Katalog-Anwendung herunterladen und mit dieser auf vielfältige Weise interagieren. Beispielsweise kann er nach Bekleidung und Accessoires in bestimmten Farben suchen, indem er eine Foto von seinem Desktop in die Anwendung zieht; anhand der Farben im Foto werden dann die entsprechenden Produkte herausgesucht. Hier visualisiert ein kleines englisches Video, wie so etwas aussieht.

Anthropologie Screenshot

StudioCloud PSG

Der Proofing, Sales & Gallery Manager von StudioCloud ermöglicht es Fotografen oder Fotostudios, ihren Kunden auch umfangreiche Fotogalerien innerhalb einer Desktop-Anwendungen zur Vorschau anzubieten. Dabei wird besonderer Wert auf die visuelle Präsentation gelegt. Die gewünschten Fotos können direkt aus der Anwendung heraus online bestellt, und der Bestellvorgang kann ebenso gemanaget werden (Case Study).

StudioCloud PSG Screenshot

Google Analytics AIR

Von einem belgischen Programmierer stammt Google Analytics AIR, ein Programm, welches das Abfragen und Darstellen von Google Analytics-Statistiken ermöglicht. Die ohnehin schon recht ansprechende und flüssige Anzeige der Zugriffsstatistiken bei Google ist hier noch einmal besser bedienbar und besser anzusehen. Noch befindet sich das Tool in der Entwicklungsphase, die meisten Funktionen arbeiten aber schon prächtig.

Google Analytics AIR Screenshot

Das waren nur drei mögliche Anwendungsszenarien, welche die Möglichkeiten von Adobe AIR aufzeigen. Die Technologie steht noch am Anfang, und so ist mit noch weitaus kreativeren Tools zu rechnen. Einen Überblick über bisherige Demo-Anwendungen gibt es bei Adobe hier und vor allem hier. Viele der Programme lassen sich nach der Installation von AIR (bislang unter Windows und Mac) ebenfalls per Mausklick installieren. Und es macht Spaß, einfach mal damit herumzuspielen.

Was steckt hinter Googles Social Graph API?

Kurz gesagt, vereinfacht das neue Social Graph API, von Google erst vor einigen Tagen veröffentlicht, das automatische Auffinden und Auslesen von Beziehungen zwischen Webseiten und Personen. Dabei pflegen die Nutzer und Betreiber von Weblogs, Communities und anderen Web 2.0-Seiten diese Beziehungsdaten selbst. Google sammelt also nur bereits dezentral vorhandene Daten, fasst diese zusammen und bereitet sie für Dritte auf.

Schaubild zum API

Doch selbst das scheinbar allwissende Google benötigt zum Erkennen der Relationen Hilfe, und diese kommt in Form zweier schon länger bestehender Standards, die sich langsam aber sicher im Web verbreiten: XFN und FOAF. Beide Projekte setzen auf einen Bottom-Up-Ansatz, d.h. sie erweitern bestehende Webseiten um winzige zusätzliche Informationsattribute, die den vorhandenen Code nicht stören.

Weiterlesen von ‘Was steckt hinter Googles Social Graph API?’